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„OMi’s helfen MiMi’s“*
KiMM – Plattform in Telfs
1) Das Problem
4 von 10 Tirolern können am Ende der Pflichtschulzeit nicht sinnerfassend lesen, (41%)
2 von 3 Kindern mit Migrationshintergrund! (60%)
Das hat die PISA-Studienauswertung 2009 für Tirol ergeben. Das sind dramatische Zahlen, die den „Standort Tirol“ noch hinter die PISA-Werte der Türkei rücken lassen. Nicht nur schlecht fürs Image:
Eine Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied!

Das heißt: Wenn 4 von 10 Schülern aus der Tiroler Bildungskette
herausfallen, weil sie zu schlecht lesen können um eine Berufsausbildung zu machen, dann droht mittelfristig ein Facharbeitermangel.
Diese Kinder können vom teuren österreichischen Bildungssystem nicht profitieren, weil ihre gesellschaftlichen und familiären Bedingungen eine optimale Förderung verhindern.
2) Die Lösung: KiM-Mentoring-Plattformen für Tirol
In allen Orten mit einer sehr großen Zahl von Kindern mit Schulproblemen (Kinder mit
Migrationshintergrund oder aus sozial schwachen Familien), sollten sich lokale Mentoring-Plattformen bilden. Dabei setzen sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft sowie der Schulen und
Bildungseinrichtungen an einen runden Tisch und legen die Fakten auf den Tisch. Das heißt:
Die Schulen nennen ehrlich den Prozentsatz von Kindern mit erheblichen Lernproblemen, die sofort und unbürokratisch Hilfe benötigen, um das Schulsystem erst zu entlasten und später zu stärken.
Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft durchforsten ihre Ressourcen und suchen finanzielle,
räumliche und personelle Mittel, die in einem Topf zusammenfließen. Aus diesem Fundus können dann Bildungsinstitutionen vor Ort unterstützt werden, die genau die
Risiko-SchülerInnen dann vermehrt auch außerschulisch fördern können.
Das hat einen doppelten Effekt: einmal werden die Mittel effizienter genützt, andrerseits werden bildungspolitisch tätige Vereine und Institute vom massiven und immer öfter ergebnisarmen Förderansuchenschreiben entlastet und können ihre Kernkompetenzen besser einsetzen.
3) Situation in Telfs
In den boomenden Sechzigerjahren wurde auch für die Telfer Textilindustrie Arbeitskräfte aus dem Ausland, namentlich vom Balkan und der Türkei angeworben. Nach den ersten Einbrüchen und der Krise der Textilindustrie verschwanden die drei großen Fabriken von Telfs, vor allem die türkischen
Arbeitskräfte blieben aber in der Region und holten ihre Familien nach. Die Marktgemeinde reagierte auf die Krise mit der Ansiedlung neuer Fabriken vor allem der Metallverarbeitung und verstärktem
Siedlungsbau. Die Folgen waren: neue Arbeitsplätze und neuer Lebens- und Wohnraum für viele. Die Marktgemeinde wuchs sehr rasch auf 15.000 Einwohner, ca. 2600 Einwanderer davon mit türkischen Wurzeln. Die Integrationsmaßnahmen blieben hinter dem Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum zurück, sodass hier eine Mentoring-Plattform für diese Telfer Kinder absolut notwendig erscheint.
*) „Menschen Ohne Migrationshintergrund helfen Menschen Mit
Migrationshintergrund“
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